Sonntag, 11. November 2007

11.11.2007

Sam hat sich heute ein bissel beruhigt. Er brommselt immer noch, aber nicht mehr so viel und nicht mehr so laut und eigentlich nur, wenn ihm Otis auf der Nase herumtanzt. Der treibt es aber auch zu bunt!



Aber eigentlich vertragen wir uns. Sam läßt uns manchmal beide mit in die Kuschelrolle. Erst brummt er ein bissel, aber wenn wir dann drin sind, dann ist er friedlich. Er mag nicht gerne so viel Nähe mit uns, aber wir sind doch noch so klein und möchten so gerne bei ihm kuscheln. Er erduldet es meistens ...

Auf die Etage trauen wir uns alle drei noch immer nicht ... Otis war nochmal halb oben, aber dann hat ihn doch der Mut verlassen. Unsere Menschenmama ist darüber nicht sehr froh, ich glaube, sie ist ein bissel enttäuscht, weil sie soviel Arbeit damit hatte. Aber wir müssen da erstmal drüber nachdenken ...

10.11.2007 - Der erste Tag mit Sam

Heute Morgen wurden wir von unserer Menschenmama geweckt. Wir waren alle immer noch in dem Holzhäuschen versteckt und wir hatten richtig Sauerei gemacht, weil noch keine Streu auf der Etage war, es fehlte noch der Rand, sagt unsere Menschenmama. Aber wir hatten Pipi gemacht und da saßen wir jetzt drin, weil wir zu feige gewesen waren, die Etage zu verlassen.

Unsere Menschenmama holte uns alle aus dem Häuschen heraus und schimpfte ein bißchen mit uns, nicht richtig schlimm, aber sie fand das nicht in Ordnung, daß wir das gemacht hatten und das wir jetzt alle stanken. Sie sagte, sie hätte Angst, daß wir nun krank werden würden.

Schließlich nahm sie uns hoch und setzte uns wieder in den unteren Teil des Käfigs. Sam trug sie noch kurz aus dem Zimmer heraus. Ich weiß nicht, warum. Dann setzte sie auch ihn zu uns.

Sam brommselte immer noch laut vor sich hin und machte nicht viel, außer daß er Otis zu unterwerfen versuchte. Der ist aber pfiffig und tritt immer nach ihm. Das ist aber gar nicht böse gemeint. Überhaupt macht es uns Spaß, Sam ein bißchen zu ärgern. Er ist nicht wirklich böse mit uns und tut uns auch nicht weh. Aber er brommselt den ganzen Tag und kebbelt sich mit Otis, der ihm manchmal richtig auf der Nase herumtanzt. Aber wenn wir müde sind, dann kuscheln wir mit Sam zusammen in der Kuschelrolle.

Ach ja, die Kuschelrolle ... eigentlich war das unsere Kuschelrolle, also die von Otis und mir. Aber Sam hat sich die Rolle gleich unter den Nagel gerissen und jetzt jagt er uns immer raus, wenn er schlafen will. Das ist ein bißchen gemein. Aber unsere Menschenmama hat gesagt, wir bekommen eine neue. Darauf freuen wir uns schon beide.

Unsere Menschenmama hat heute auch noch was ganz tolles gemacht: Sie hat einen tollen Rand aus Holz um die Etage gebaut, sodaß jetzt auch Einstreu auf die Etage kann. Leider trauen wir uns nicht hinauf. Aber Otis war mal vorsichtig gucken, er sagt, das ist schon richtig nett oben. Vielleicht trauen wir uns nächste Woche mal richtig rauf.

09.11.2007 - Sam

Heute Nachmittag war unsere Menschenmama ganz hektisch. Sie sagte, sie müsse noch ganz viele Sachen besorgen, um uns was zu bauen. Haben wir nicht verstanden. Als sie vom Einkaufen zurückkam, hatte sie eine große Holzplatte und Kleinkram gekauft. Aber wir erfuhren nicht, was das sollte und was das mit uns zu tun hatte.

Stattdessen packte sie uns in den Caddy und fuhr mit uns weg. Wir sollten Sam kennenlernen. Otis und ich kuschelten uns erst ängstlich aneinander, aber als wir unterwegs waren und merkten, das uns nichts geschieht, kuschelten wir uns gemütlich ins Heu, jeder auf einer Seite des Caddys.

Wir waren ziemlich lange unterwegs, unsere Menschenmama fluchte viel, weil irgendwer ihr den Weg versperrte. Sie sagte, es sei viel Verkehr und daß wir nun bestimmt zu spät kommen würden.
Dann trug sie uns in eine fremde Wohnung zu fremden Menschen. Ohne Vorwarnung wurden wir in einen großen Käfig mit Sägespänen gesetzt. Und da war er auch schon: Sam. Sam ist riesig groß und schwarz und hat unheimlich viel und langes Fell. Ganz anders als das Fell von Otis und mir. Sogar noch viel länger, als die lange Mähne von Otis.

Sam brummte uns sofort an und lief uns hinterher. Aber er hat uns nicht weh getan. Ich habe mich ihm gleich untergeordnet, aber Otis wollte sich das nicht gefallen lassen. Genau, wie er gestern gesagt hatte. Nach einer Weile setzten wir uns aber alle zusammen hin und knabberten Gurkenstücke. Für die Menschen war das ein gutes Zeichen und wir wurden alle zusammen in einen größeren Caddy gepackt und fuhren wieder nach Hause.

Zuhause erfuhren wir dann auch, wofür das Holzbrett da war. Unsere Menschenmama hat uns ruck-zuck noch eine Etage in den Käfig gebaut und die Streu komplett gewechselt. Ein neues Holzhäuschen hatte sie auch gekauft, das stand oben auf der Etage. Sie setzte uns alle drei auf die Etage, damit wir diese gleich kennenlernen sollten. Uns war das aber nicht geheuer und so versteckten wir uns alle in dem neuen Häuschen und kamen nur kurz vor, um den Salat zu essen, den wir noch bekommen hatten.

In dieser Nacht schliefen wir alle drei zusammengekuschelt in dem neuen Holzhäuschen. Sam ist eigentlich ganz okay. Und in sein langes Fell kann man sich wunderbar einkuscheln.

08.11.07

Unsere Menschenmama war heute erst spät zuhause, weil sie lange arbeiten mußte, sagte sie. Da hatten wir den ganzen Tag sturmfreie Bude und das ist ja immer besonders toll, weil Otis und ich dann all die Sachen machen, die wir uns nicht trauen, wenn unsere Menschenmama da ist.

Sie hat uns heute übrigens erzählt, daß wir morgen Nachmittag in eine andere Stadt fahren, wo wir einen Bock namens Sam kennenlernen sollen. Der ist schon groß und soll uns Manieren beibringen ... Otis sagt, das macht ihm gar nichts, er wird ihm schon zeigen, wer der Boss ist. Mir ist ein bissel bang. Hoffentlich ist er nett.

Mittwoch, 7. November 2007

07.11.2007 - Schon wieder beim Tierarzt

Also, unsere Menschenmama ist ja schon übervorsichtig mit uns! Heute hat sie uns schon wieder in den Caddy gepackt und zu einer anderen Tierärztin geschleppt, die uns dann nochmals gaaaaanz genau und penibel auf Parasiten untersucht hat. Sie hat aber absolut nichts finden können. Puh! Zum Glück, sagt unsere Menschenmama. Sie sagt, sie sei jetzt ganz doll beruhigt, daß das so ist.

Sie hat bei der Tierärztin auch davon gesprochen, daß sie uns bald mit einem Notfallbock vergesellschaften möchte ... Was das wohl für ein Geselle ist? Sie sagte aber, daß wir uns den Kerl auf jeden Fall ansehen sollen, bevor er bei uns einzieht und daß wir die Entscheidung treffen, ob er zu uns ziehen darf oder nicht. Das finde ich gut.

Als wir wieder zuhause angekommen waren, waren wir sehr froh, wieder in unseren Käfig zurück zu dürfen. Zuhause ist einfach zuhause. Da fühlen wir uns sicher. Und so ganz allmählich ist das hier auch unser Zuhause geworden.

Später gab es noch die vor dem Tierarztbesuch versprochenen Gurken- und Paprikastückchen. Lecker! Otis holt sich inzwischen ALLES sofort aus der Hand unserer Menschenmama. Der hat tatsächlich gar keine Angst mehr. Ich aber bin schlau! Wenn Otis etwas leckeres aus der Hand unserer Menschenmama geholt hat, dann klaue ich es ihm und renne schnell in unser Schlafhaus. Ihm macht das ja nicht viel aus, er holt sich sofort etwas neues.

Meine Menschenmama hat mich eben gefragt, ob ich nicht gut sehen kann. Sie sagt, ich habe rote Augen und daher sei das möglich. Ich weiß nicht genau, was sie meint? Sie sagt, wenn sie mir etwas hinhält, dann würde ich das nicht bemerken. Das stimmt, ich finde auch die Leckereien im Käfig eher mit meiner Nase als mit meinen Augen. Vorhin bin ich an einem Stück Paprika vorbeigelaufen, das ich soooo deutlich gerochen habe. Vielleicht hat unsere Menschenmama recht und ich sehe tatsächlich nicht gut. Ist das denn schlimm?

Ich gehe jetzt erstmal wieder mit Otis kuscheln. Es ist schon spät und wir werden morgens ja immer schon so früh wieder geweckt ... Gute Nacht!

Dienstag, 6. November 2007

06.11.2007 - eine Woche im neuen Zuhause

Heute war unser siebenter Tag im neuen Heim. Manchmal vermissen wir unsere Geschwister doch noch. Aber eigentlich ist es auch so ganz schön, denn wir haben jetzt richtig viel Platz zum Spielen und müssen uns nicht so einen kleinen Glaskasten mit 8 Brüdern teilen.

Unsere Menschenmama hat uns heute wieder ganz früh geweckt und das Fenster zum Lüften aufgemacht. Otis war gerade im Käfig unterwegs, ich weiß auch nicht, weshalb er so gerne im Dunkeln umherschleicht. Als unsere Menschenmama ins Wohnzimmer kam, hat er sich furchtbar erschreckt!

Wir haben uns dann erstmal beide nicht mehr aus dem Häuschen getraut, denn als Otis so verschreckt ins Versteck gerannt kam, habe ich auch einen Schreck bekommen und wußte erst gar nicht richtig, was überhaupt passiert war.

Unsere Menschenmama gab uns heute Früh nur Möhrengrün und Heu, das war doof, denn Möhrengrün ist nicht sooooo lecker. Aber wir haben es dann trotzdem alles weggeputzt, denn lieber Möhrengrün als gar kein Grün.

Als unsere Menschenmama nachmittags nach Hause kam, kam sie gleich zu uns und bot uns Leckereien an. Sie hat gestern schon leckere Böller gekauft, die sind toll. Wir trauen uns aber noch nicht, ihr diese aus der Hand zu nehmen, wenn sie sie uns hinhält. Das macht aber nichts, denn nach einer Weile wirft sie uns die Leckereien immer vor die Füße. Das ist nett, denn bis wir uns tatsächlich an ihre Finger trauen, wird es sicher noch etwas dauern.

Otis ist da schon ein bissel mutiger als ich, er sagt, er hat heute sogar schon ein Stückchen Paprika aus der Hand unserer Menschenmama genommen. Damit gibt er jetzt ganz schön an! Der kann mir ja viel erzählen, ich war ja nicht dabei. Wer weiß, ob das überhaupt so stimmt ...! Ich bin da lieber noch etwas vorsichtig, ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.

Es ist auch schwierig, unsere Menschenmama zu verstehen. Sie macht immer komische Geräusche und Gesten, aber wir verstehen nicht, was sie uns sagt. Sie hat aber Verständnis dafür und meinte heute, daß es uns wohl so ergeht wie es ihr in dem Kurs geht, den sie besucht. Sie lernt irgendetwas komisches, das sich Gebärdensprache nennt und sie sagt, sie versteht auch immer nur ganz wenig, was die Lehrerin ihr sagt. Wie es scheint müssen wir alle noch ganz viel lernen.

Sonst ist heute nicht viel passiert. Eigentlich war der Tag eher langweilig. Wir sind schon gespannt darauf, was morgen passiert. Unsere Menschenmama hat versprochen, morgen ganz viel Zeit für uns zu haben. Außerdem sagt sie, sie hätte viel Salat eingekauft, den werden wir morgen Früh bekommen!

Wenn sie es rechtzeitig schafft, dann möchte sie morgen auch mit uns nochmal zum Tierarzt, weil wir uns immer noch so schlimm jucken. Davor haben wir ein bißchen Angst, denn am Freitag war das gar nicht toll bei der Tierärztin. Außerdem soll da noch ein anderer Kerl mitfahren, den nennt unsere Menschenmama "Igel". Ich habe keine Ahnung, wer das ist. Hier im Wohnzimmer lebt er wohl nicht und wir haben ihn noch nicht kennengelernt. Hoffentlich ist das ein nettes Meerschweinchen und kein Schläger.

Gute Nacht!

Montag, 5. November 2007

05.11.2007 - Geschenke!!!

Heute mußte unsere Menschenmama wieder früh morgens zur Arbeit gehen, deshalb weckte sie uns ganz früh, aber wir ließen uns gar nicht sehen. Soll sie doch früh aufstehen, deshalb machen wir das ganz bestimmt nicht auch! Basta. Sie gab uns trotzdem frisches Wasser und Heu und Salat und Möhrengrün, damit wir ein leckeres Frühstück essen konnten, als es draußen hell geworden war. Sie war gar nicht böse mit uns und versuchte auch gar nicht, uns herauszulocken, ließ uns einfach in Ruhe, das war toll, denn so konnten wir noch ein bissel weiterschlafen.

Als unsere Menschenmama nachmittags nach Hause kam, brachte sie uns ganz viele tolle Sachen mit! Sie sagt, sie hat ein Wigwam gekauft, das wir bekommen sollen, wenn wir ein bißchen mehr Vertrauen gefaßt haben und in der Küche Auslauf bekommen dürfen. Da freuen wir uns schon drauf!!!

Aber das Tollste war, sie nahm die Wippe aus dem Käfig und ersetzte sie durch eine Kuschelrolle!!!! Die ist vielleicht toll! Otis schickte mich wie immer vor, das Ding zu untersuchen und kam ganz vorsichtig hinter mir hergeschlichen. Ich untersuchte die Kuschelrolle ganz genau! Otis traute sich nicht recht und tat dann wieder desinteressiert, meinte, das sei langweilig und doof und interessiere ihn nicht.

Aber ich fand die Rolle toll!!! Das ist überhaupt das tollste Geschenk, was ich mir jemals hätte vorstellen können!!!! Ich hopste wie aufgedreht durch den ganzen Käfig und habe versucht, Otis mit meiner Freude anzustecken, aber er interessierte sich nicht für so eine doofe Stoffrolle. Tat desinteressiert und suchte einzelne Heuhalme im Käfig .... der Langweiler!

Otis hatte inzwischen die Heuraufe entdeckt, die unsere Menschenmama am Käfig angebracht und mit Heu gefüllt hatte. Das fand er dann toll. Typisch Otis. Wenn es ums Essen geht, dann ist er begeistert! Er begutachtete die Heuraufe und begann, aufgeregt zu hopsen.

Boah, dann entdeckte ich, daß man in die Kuschelrolle hineinkrabbeln kann und daß sie innen ganz kuschlig und plüschig ist!!!! Ich lief immer wieder hin und her durch die Rolle. Dann holte ich Otis, es war ein bissel schwierig, ihn zu überzeugen, er schnupperte ein bissel gelangweilt an der Rolle und kam dann schließlich doch mit mir hinein. Dann mußte er doch zugeben, daß die Kuschelrolle toll ist!

Wir freuten uns beide wie Bolle, rannten, hopsten und flitzen durch den ganzen Käfig, immer wieder rund um die Kuschelrolle und kreuz und quer hindurch, gegeneinander, hintereinander, übereinander, das machte richtig Spaß!!! Endlich spielte Otis mal mit! Wir hatten eine Menge Spaß und tobten uns ordentlich aus! Anschließend kuschelten wir uns zusammen in die plüschige Rolle. Das war schön!

Unsere Menschenmama kam dann noch mit frischen Leckereien, Gurkenstückchen und Paprikastückchen, die sie uns aus der Hand anbot. Ich traute mich nicht, etwas von ihr zu nehmen. Otis nahm ein Stückchen Gurke. Aber auch nur einmal, dann traute auch er sich nicht mehr, die angebotenen Leckereien zu nehmen. Unsere Menschenmama war aber nicht böse und stellte uns bald den ganzen Teller einfach in den Käfig, sodaß wir uns selbst nehmen konnten, was wir wollten.

Der doofe Otis hat mir aber die ganze Gurke weggegessen! Das macht er immer, wenn ich versuche, mir auch etwas zu nehmen, dann verkloppt er micht und ich gebe auf, weil ich nicht streiten mag. Aber er ist nicht richtig gemein zu mir und tut mir nicht weh. Eigentlich sind wir Freunde geworden und es ist schön, wenn wir nachts im Häuschen kuscheln können, denn es ist doch manchmal noch ein wenig unheimlich hier.

04.11.2007 - unser vierter Tag im neuen Heim

Unserer Menschenmama ging es heute nicht besonders gut. Sie sagte, sie hätte die ganze Nacht Bauchweh gehabt und nicht gut geschlafen. Sie sprach heute auch nicht so sehr viel mit uns sondern lag die meiste Zeit auf dem Sofa und schlief oder sah fern. Otis und ich nutzten die Gelegenheit, uns weitgehend unbeobachtet im Käfig zu bewegen.

Später, gegen Abend, ging es unserer Menschenmama wieder ein wenig besser und sie kam mit einem ganz komischen Ding, das sie Fotoapparat nannte, um Fotos von uns zu machen, wie sie uns erklärte. Sie erklärte uns, das Fotos dafür da sind, daß sie sich auch in zehn Jahren und mehr noch erinnern kann, wie klein und niedlich wir jetzt sind und daß sie den anderen Menschen in der Welt diese Fotos zeigen kann, damit auch die sehen, wie knuffig wir aussehen.

Wir fanden die Prozedur eher unheimlich. Der Blitz machte uns nicht so viel aus, aber die komische Fotokamera war uns nicht geheuer. So kam es dann auch, daß unsere Menschenmama nicht wirklich viele Fotos von uns machen konnte. Sie war aber nicht böse deswegen. Sie will uns Zeit lassen und beläßt es nun erstmal bei den paar Aufnahmen. Das ist sehr nett, finden wir!

03.11.2007 - Unser dritter Tag im neuen Heim

Morgens kam unsere Menschenmama wieder zuerst ins Wohnzimmer, um nach uns zu sehen und uns frisches Futter zu geben. Wir teilen das Wohnzimmer übrigens mit zehn komischen anderen Tieren, die haben kein Fell, sondern ganz komische Dinger, die sie Federn nennen. Unsere Menschenmama nennt diese Tiere Wellensittiche. Die können manchmal ganz schön laut sein und am Anfang war uns das gar nicht geheuer. Inzwischen erschrecken wir uns aber schon nur noch ganz selten und nur, wenn im Wellensittichkäfig plötzlich laut geschrien wird.

Die Wellensittiche fliegen auch oft durch das Zimmer, das ist ganz schön seltsam, wie machen die das bloß? Aber wir haben keine Angst, unsere Menschenmama hat uns auch erklärt, daß die Wellis uns nichts tun.

Unsere Menschenmama ist heute auch für uns einkaufen gegangen, sie hat ganz viel grünen Salat für uns gekauft und Karotten und Paprika. Ihre Menscheneltern haben auch noch eine Kiste Petersilie und Möhrengrün mitgebracht, das ist ganz toll lecker!

Außerdem bekamen wir eine Wippe aus Holz geschenkt!!! Ich habe die Wippe gleich genau untersucht und habe mich so toll darüber gefreut, daß ich ganz ausgelassen durch den Käfig gehopst bin. Später war ich sogar ganz mutig und bin einmal über die Wippe drüber gelaufen. Huch! Was hab ich mich erschreckt, als die Rampe plötzlich herunterklappte! Aber es hat mir Spaß gemacht und ich habe das gleich nochmal ausprobiert. Das war ein spannendes Erlebnis, aber eigentlich war die Wippe nicht das, was ich mir am meisten gewünscht hatte.

Mein Kumpel Otis hat die Wippe gar nicht erst ausprobiert, er meinte, das sei langweilig. Otis ist sowieso manchmal schwierig. Ich möchte auch oft mit ihm spielen, aber er findet das meistens doof und macht einfach nicht mit. Aber, wenn etwas neues im Käfig ist oder unsere Menschenmama vor dem Käfig liegt und mit uns spricht, dann schubst er mich immer zuerst aus dem Schlafhaus, damit ich gucken gehe, ob es gefährlich ist. Angsthase! Ich mache das dann und er folgt mir ganz vorsichtig.

Das war ein spannender Tag, dieser Samstag!

02.11.2007 - Unser zweiter Tag im neuen Heim und der erste Tierarzt-Besuch

Unser zweiter Tag im neuen Heim begann wieder mit leckerem Löwenzahn und Karotten- und Apfelstücken. Das war toll. Unsere Menschenmama weckte uns ganz früh morgens, weil sie zur Arbeit mußte. Das war ungewohnt für uns und wir waren ein bißchen erschrocken. Als sie aber aus dem Haus war und wir das leckere Frischfutter fanden, war der Schreck schnell vergessen.

Nachmittags kam unsere Menschenmama nach Hause und packte uns gleich wieder in den Caddy. Das fanden wir ganz schön doof und wir fürchteten uns, denn sie fuhr mit uns wieder im Auto und wir hatten schon Sorge, daß sie uns nicht haben will und wieder zurückbringt.

Sie fuhr mit uns zu einem ganz komischen Ort. Dort wurden wir von allen Seiten begutachtet, unsere Zähne kontrolliert und unser Fell mit einem fiesen Metallkamm durchgekämmt, weil die fremde Menschin da irgendetwas finden wollte, was uns immer juckt. Sie sagte dann, wir hätten Haarlinge, das haben wir nicht verstanden. Wir bekamen dann komische Tropfen in den Nacken und unsere Menschenmama soll diese Prozedur in ein paar Wochen wiederholen. Dann fuhren wir wieder nach Hause.

Zuhause bekamen wir erstmal leckeres frisches Heu und Löwenzahn.

Allerdings trauten wir uns noch immer nicht wirklich aus dem Häuschen heraus, wenn unsere Menschenmama sich im Zimmer bewegte, dann flitzten wir immer wieder ganz schnell in unser Versteck. Sie hatte uns extra noch ein zweites Schlafhaus in den Käfig gestellt, das habe ich gleich belegt, Otis hat das alte behalten. Aber manchmal, wenn ich mich ängstige, dann gehe ich immer noch bei Otis kuscheln.

01.11.2007 - Unser erster Tag im neuen Heim

Unsere Menschenmama war heute schon sehr früh auf, denn sie hatte noch etwas vor. Sie kam als erstes in die Küche, um nach uns zu schauen, aber wir trauten uns immer noch nicht aus unserem Häuschen heraus, wenn sie in der Nähe war.

Sie gab uns erstmal frisches Heu und Wasser und vertröstete uns auf später, was das Frischfutter anging, denn sie war nicht darauf vorbereitet gewesen, daß schon Meeris bei ihr wohnten und hatte nichts im Haus.

Dann verließ sie bald auch schon die Wohnung, um zu ihren Menscheneltern zu fahren, wie sie sagte. Als wir alleine waren, trauten wir uns auch endlich, das schützende Häuschen zu verlassen und frisches Heu und Trockenfutter zu frühstücken. Lecker!

Unsere Menschenmama kam erst spät am Nachmittag wieder nach Hause, es war bereits dunkel geworden. Aber sie brachte uns einen ganzen Bund frischen Löwenzahn mit, genau wie sie es uns morgens versprochen hatte. Das war ganz toll und superlecker!

Aber dann packte sie uns plötzlich nochmal in den Caddy, sie sagte, es würde uns nichts geschehen und es sei nur für einen Augenblick, aber wir hatten große Angst! Aber es war gar nicht schlimm, im Gegenteil, sie stellte den großen Käfig in ihr Wohnzimmer, wie sie es nennt. Sie setzte uns wieder in den Käfig und wir sahen uns schüchtern um. Dort im Wohnzimmer war es viel schöner als in der Küche, das haben wir sofort erkannt! Ich war auf einmal ganz mutig und hopste fröhlich und ausgelassen duch den Käfig. Unsere Menschenmama nennt das popcornen. Ein komischer Ausdruck, finde ich.

Dann schaute sie noch einen Film im Fernsehen, der in der Nähe des Käfigs steht, ein komischer Kasten, der komische Geräusche macht. Ich habe erst gedacht, es wären Menschen darin, aber das stimmt gar nicht. Ich verstehe das nicht, aber Otis und ich haben keine Angst davor, denn unsere Menschenmama sitzt ganz entspannt davor und deshalb bedeutet es keine Gefahr für uns.

So ging dann auch dieser aufregende Tag vorbei.

31.10.2007 - Halloween. Das Abenteuer beginnt ...



Hallo liebe Leser! Dies ist unser persönlicher Weblog und wir erzählen euch hier, was wir alles in der Welt erleben dürfen. Wir, das sind mein Kumpel Otis und ich, Elliot. Wir sind zwei Meerschweinchen-Jungs und gerade mal knapp sieben Wochen alt. Mein Kumpel Otis hat wunderschönes dunkelbraunes Fell, die Menschen sagen, er ist ein Schopfmeerschweinchen, mit dem weißen Abzeichen im Fell sagt man dazu American Crested. Ich beneide ihn manchmal ein bißchen, denn mein eigenes Fell ist nicht so schön glatt. Mein Fell ist beige-grau, die Menschen sagen, ich sei ein US-Teddy, eventuell mit einem Schuß Merino ... mir ist das egal.

Auf dem Foto, das sind wir, links bin ich, rechts mein Kumpel Otis. Das ist momentan noch das einzige Foto, da wir beide noch sehr schüchtern sind und unsere Menschenmama uns einfach nicht mit der Kamera erwischt, weil wir viel zu flink wieder in unseren Häuschen verschwinden. Das wird sich aber bestimmt bald ändern, wenn wir ein bißchen mehr Vertrauen gefaßt haben und da unsere Menschenmama eine tolle Fotografin ist, wird sie sicher noch ganz doll viele Fotos von uns machen und auch hier veröffentlichen.

Tja. Am Mittwochabend, die Menschen feierten an diesem Tag Halloween, da ging unser Abenteuer los.

Unsere Menschenmama war eigentlich nur auf der Suche nach einem Meerschweinchen-Heim, damit sie freitags zwei armen Tierheim-Meerschweinchen ein Zuhause geben konnte. Dummerweise fand sie nicht nur einen schönen geräumigen Käfig, der für zwei Meeris ausreichend groß ist, sondern auch uns. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Sie konnte sich gar nicht mehr von uns losreißen, sie sagt, ich hätte ihr sofort so gut gefallen, daß sie nicht ohne mich wieder nach Hause fahren konnte. Sie hat einen harten Kampf mit sich selbst geführt, weil es gegen alle ihre Prinzipien verstoßen hat, mich aus dem Zooladen freizukaufen, statt Meeris aus dem Tierheim aufzunehmen.

Letztendlich hat mein Charme gesiegt. Aber ich mußte ja auch einen gleichaltrigen Kumpel haben und meine Menschenmama hat entschieden, daß dies Otis sein sollte. Ich hatte Otis bisher noch nie kennengelernt, er saß zwei Terrarien weiter mit einer anderen Meeri-Gruppe zusammen.

Die Dame aus dem Zooladen war jedoch sehr verständnisvoll und setzte mich erst einmal zu den anderen in das Terrarium, um zu testen, ob Otis und ich uns verstehen würden. Das war aber kein Problem. Ich bin ja auch ein friedlicher Geselle. Also war es entschieden, Otis und ich sollten mitkommen.

Wir wurden in einen nagelneuen Caddy gesetzt und fuhren mit unserer Menschenmama in unsere neues Zuhause. Das war sehr aufregend für uns. Zuhause setzte unsere Menschenmama uns in den frisch eingestreuten und hergerichteten Käfig - Mann war der vielleicht groß! Sowas kannten wir bisher noch gar nicht! Aber wir waren viel zu aufgeregt und ängstlich, um uns genauer umzuschauen und flitzten gleich in das Schlafhaus in der Ecke des Käfigs. Dort blieben wir auch erstmal, zu beänstigend war die fremde Umgebung für uns.

Unsere Menschenmama hatte aber Verständnis dafür und ließ uns erst einmal in Ruhe. Als wenig später eine Gruppe Kinder in Vampirkostümen an der Haustür klingelte, ließ sie die kleinen Vampire auch nicht zu uns in die Küche. Das war sehr nett, denn die unheimlich gekleideten Gestalten hätten uns bestimmt noch viel mehr geängstigt. In der Nacht schliefen wir ziemlich unruhig und ängstlich aneinandergekuschelt.