Sonntag, 11. November 2007

11.11.2007

Sam hat sich heute ein bissel beruhigt. Er brommselt immer noch, aber nicht mehr so viel und nicht mehr so laut und eigentlich nur, wenn ihm Otis auf der Nase herumtanzt. Der treibt es aber auch zu bunt!



Aber eigentlich vertragen wir uns. Sam läßt uns manchmal beide mit in die Kuschelrolle. Erst brummt er ein bissel, aber wenn wir dann drin sind, dann ist er friedlich. Er mag nicht gerne so viel Nähe mit uns, aber wir sind doch noch so klein und möchten so gerne bei ihm kuscheln. Er erduldet es meistens ...

Auf die Etage trauen wir uns alle drei noch immer nicht ... Otis war nochmal halb oben, aber dann hat ihn doch der Mut verlassen. Unsere Menschenmama ist darüber nicht sehr froh, ich glaube, sie ist ein bissel enttäuscht, weil sie soviel Arbeit damit hatte. Aber wir müssen da erstmal drüber nachdenken ...

10.11.2007 - Der erste Tag mit Sam

Heute Morgen wurden wir von unserer Menschenmama geweckt. Wir waren alle immer noch in dem Holzhäuschen versteckt und wir hatten richtig Sauerei gemacht, weil noch keine Streu auf der Etage war, es fehlte noch der Rand, sagt unsere Menschenmama. Aber wir hatten Pipi gemacht und da saßen wir jetzt drin, weil wir zu feige gewesen waren, die Etage zu verlassen.

Unsere Menschenmama holte uns alle aus dem Häuschen heraus und schimpfte ein bißchen mit uns, nicht richtig schlimm, aber sie fand das nicht in Ordnung, daß wir das gemacht hatten und das wir jetzt alle stanken. Sie sagte, sie hätte Angst, daß wir nun krank werden würden.

Schließlich nahm sie uns hoch und setzte uns wieder in den unteren Teil des Käfigs. Sam trug sie noch kurz aus dem Zimmer heraus. Ich weiß nicht, warum. Dann setzte sie auch ihn zu uns.

Sam brommselte immer noch laut vor sich hin und machte nicht viel, außer daß er Otis zu unterwerfen versuchte. Der ist aber pfiffig und tritt immer nach ihm. Das ist aber gar nicht böse gemeint. Überhaupt macht es uns Spaß, Sam ein bißchen zu ärgern. Er ist nicht wirklich böse mit uns und tut uns auch nicht weh. Aber er brommselt den ganzen Tag und kebbelt sich mit Otis, der ihm manchmal richtig auf der Nase herumtanzt. Aber wenn wir müde sind, dann kuscheln wir mit Sam zusammen in der Kuschelrolle.

Ach ja, die Kuschelrolle ... eigentlich war das unsere Kuschelrolle, also die von Otis und mir. Aber Sam hat sich die Rolle gleich unter den Nagel gerissen und jetzt jagt er uns immer raus, wenn er schlafen will. Das ist ein bißchen gemein. Aber unsere Menschenmama hat gesagt, wir bekommen eine neue. Darauf freuen wir uns schon beide.

Unsere Menschenmama hat heute auch noch was ganz tolles gemacht: Sie hat einen tollen Rand aus Holz um die Etage gebaut, sodaß jetzt auch Einstreu auf die Etage kann. Leider trauen wir uns nicht hinauf. Aber Otis war mal vorsichtig gucken, er sagt, das ist schon richtig nett oben. Vielleicht trauen wir uns nächste Woche mal richtig rauf.

09.11.2007 - Sam

Heute Nachmittag war unsere Menschenmama ganz hektisch. Sie sagte, sie müsse noch ganz viele Sachen besorgen, um uns was zu bauen. Haben wir nicht verstanden. Als sie vom Einkaufen zurückkam, hatte sie eine große Holzplatte und Kleinkram gekauft. Aber wir erfuhren nicht, was das sollte und was das mit uns zu tun hatte.

Stattdessen packte sie uns in den Caddy und fuhr mit uns weg. Wir sollten Sam kennenlernen. Otis und ich kuschelten uns erst ängstlich aneinander, aber als wir unterwegs waren und merkten, das uns nichts geschieht, kuschelten wir uns gemütlich ins Heu, jeder auf einer Seite des Caddys.

Wir waren ziemlich lange unterwegs, unsere Menschenmama fluchte viel, weil irgendwer ihr den Weg versperrte. Sie sagte, es sei viel Verkehr und daß wir nun bestimmt zu spät kommen würden.
Dann trug sie uns in eine fremde Wohnung zu fremden Menschen. Ohne Vorwarnung wurden wir in einen großen Käfig mit Sägespänen gesetzt. Und da war er auch schon: Sam. Sam ist riesig groß und schwarz und hat unheimlich viel und langes Fell. Ganz anders als das Fell von Otis und mir. Sogar noch viel länger, als die lange Mähne von Otis.

Sam brummte uns sofort an und lief uns hinterher. Aber er hat uns nicht weh getan. Ich habe mich ihm gleich untergeordnet, aber Otis wollte sich das nicht gefallen lassen. Genau, wie er gestern gesagt hatte. Nach einer Weile setzten wir uns aber alle zusammen hin und knabberten Gurkenstücke. Für die Menschen war das ein gutes Zeichen und wir wurden alle zusammen in einen größeren Caddy gepackt und fuhren wieder nach Hause.

Zuhause erfuhren wir dann auch, wofür das Holzbrett da war. Unsere Menschenmama hat uns ruck-zuck noch eine Etage in den Käfig gebaut und die Streu komplett gewechselt. Ein neues Holzhäuschen hatte sie auch gekauft, das stand oben auf der Etage. Sie setzte uns alle drei auf die Etage, damit wir diese gleich kennenlernen sollten. Uns war das aber nicht geheuer und so versteckten wir uns alle in dem neuen Häuschen und kamen nur kurz vor, um den Salat zu essen, den wir noch bekommen hatten.

In dieser Nacht schliefen wir alle drei zusammengekuschelt in dem neuen Holzhäuschen. Sam ist eigentlich ganz okay. Und in sein langes Fell kann man sich wunderbar einkuscheln.

08.11.07

Unsere Menschenmama war heute erst spät zuhause, weil sie lange arbeiten mußte, sagte sie. Da hatten wir den ganzen Tag sturmfreie Bude und das ist ja immer besonders toll, weil Otis und ich dann all die Sachen machen, die wir uns nicht trauen, wenn unsere Menschenmama da ist.

Sie hat uns heute übrigens erzählt, daß wir morgen Nachmittag in eine andere Stadt fahren, wo wir einen Bock namens Sam kennenlernen sollen. Der ist schon groß und soll uns Manieren beibringen ... Otis sagt, das macht ihm gar nichts, er wird ihm schon zeigen, wer der Boss ist. Mir ist ein bissel bang. Hoffentlich ist er nett.